Barrierefreies Internet
Was heisst "barrierefreies Internet?"
Ursprünglich waren Menschen mit Behinderungen - also z.B. Sehbehinderung oder feinmotorische Störungen, die die Mausbedienung erschweren - gemeint, denen keine "Barriere" errichtet und der Zugang zum Internet ermöglicht werden sollte. Die Texte auf den Seiten sollten sich stark vergrößern lassen oder statt der Maus ist eine Bedienung durch die Tastatur erfolgreicher.
Der Begriff "barrierefrei" ist jetzt weiter gefasst zu verstehen.
Anfangs wurde reiner HTML-Code geschrieben, praktisch und schmucklos. Das genügte bald nicht mehr, so kamen Erweiterungen wie Java-Script, die Programmiersprache Jave und Flash hinzu, das ein völlig eigenständiges System ist.
Der Internet-Explorer von Microsoft, mit Windows mitgeliefert, erreichte bald die Marktdominanz und gestattete den Webdesignern weitere neue Möglichkeiten, die aber nicht genormt waren und deshalb nur mit ihm realisierbar sind. Websites wurden speziell für den Internet-Explorer entwickelt, mit anderen Browsern waren sie nicht oder nur sehr unvollkommen darstellbar.
Dann erfolgten der massive Angriffe mit Viren, Würmern, Trojanischen Pferden usw. usw. vorrangig auf den Internet-Explorer. Er war ja weit verbreitet, hier lohnte es sich für die Virenprogrammierer. Um dem zu entgehen, stiegen ein wachsender Anteil der Internetnutzer auf die kostenlosen Browser von Mozilla, Opera oder Netscape um.
Gleichzeitig wurde der Möglichkeit, Viren mit Java, Java-Script u.ä. zu verbreiten, dadurch begegnet, dass diese Erweiterungen einfach abgeschaltet wurden. Da fielen schön gestaltete Seiten förmlich in sich zusammen. Ohne Java-Script ging nichts mehr.
Jetzt machte es sich erforderlich, die Websites so zu entwerfen, dass sie mit allen modernen Browsern (nahezu) gleich dargestellt werden. Auf die "Schädlingseintrittspforten" Java, Java-Script u.ä. sollte nach Möglichkeit verzichtet werden.
Ab Ende 2005 müssen allen Seiten von Regierungs- und Verwaltungsinstitutionen, also auch kommunale Seiten, barrierefrei gestaltet sein. Viele sind es schon heute - siehe zum Beispiel www.ndr.de (Norddeutscher Rundfunk) oder www.wdr.de (Westdeutscher Rundfunk) oder www.dradio.de (Deutschlandradio).
Barrierefrei gilt also nicht nur für Menschen mit Behinderungen, sondern auch für die Benutzer der "Alternativbrowser", die eine ausgesprochene Virenscheu haben.
Und, mal ehrlich, wer hat denn Augen wie ein Luchs, dass er auch kleinste Schrift am Monitor lesen kann? Da ist es doch ganz schön, die Schrift mal etwas größer drehen zu können.
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